21. Juli 2008

Siebensprung, Märchenbraut und der Zirkus


Im Frühjahr wurde ich dem Einheitsbrei der üblichen Filmstudios etwas überdrüssig und hatte mich auf die Suche nach Serienstoff gemacht, der eher auf meiner Linie liegt und entweder für die verregneten Abende zuhause oder für die viel zu vielen Hotelnächte herhalten kann. Das kleckerte dann einige Zeit vor sich hin, bis ich auf einige echte Highlights gestoßen bin.

"Das Geheimnis des siebten Weges", was holländisch eher wie 'Siebensprung' und für mich auch besser klingt. Anfang der 80er Jahre lief diese Jugend-Mystery-Sendung im ÖR-Fernsehen. Soweit ich das mitbekommen habe, ist das eine niederländische Adaption eines Kinderbuches aus einer Zeit als man Mystery noch nicht als Konzept kannte. Der Lehrer Franz der Rote bekommt Post eines gewissen Gr... Gr... und seltsame Geschehnisse gehen um den Siebensprung herum aus. Und der Magier Thomtidom leert den Schein von der Wirklichkeit zu trennen. Die Frisuren sind der Hit!



"Die Märchenbraut" oder im tschechischen Original Arabela. Lief auch nur ein- bis zweimal im ÖR-Fernsehen und ich habe Strecken davon damals verpaßt. Hier treffen Märchen auf die Gegenwart. Die Tschecheslowakei von damals auf ein Märchenland und deren Figuren wechseln hin und her. Der Zauberer Rumburak gibt sich die Hand mit Fantomas. Es gibt alles, was ein Märchen ausmacht, von zwielichten Gestalten und Hexen bis zu unerwarteten Helden und Prinzen, Prinzessinnen sowieso. Jahre später soll es auch eine Fortsetzung gegeben habe, die ich aber vollends versäumt hatte. Gefilmte sozialistische Glamourwelt inklusive!



"Carnivàle", diesmal eine aktuelle Produktion des Senders HBO, der diese leider unvollendet nach zwei Staffeln abgesetzt hatte. Unglücklicherweise auch ohne Auflösung vieler der darin vorkommenden Plots und Geschehnisse. Es erinnert viel an D. Lynch's Erzählweise ohne derart abzudriften und spielt in den 30er Jahren zu Zeiten der großen Sandunwetter in den Weiten der USA. Die Serie will sich direkt als das Ende der Magie in unserem Zeitalter mit dem Abwurf der Bombe über Hiroshima verstehen, als der Mensch Vernunft gegen Wunder eintauschte. Jeder der Figuren im Zirkus ist skurril, viele mehr als abgedreht oder fleischlich nicht vorhanden. Alles wirkt wie ein großes Rätsel und zwei Figuren übernehmen die Hauptrolle in einer bislang noch kaum konkret gewordenen Auseinandersetzung. Ein genialer Soundtrack!



Da ich bisher erst wenige Folgen der Boxen gesehen habe, kann ich leider auch kein Ende verraten. Aber wenigstens ein wenig Loslösung aus dem gleichen Trott von Weltuntergangserrettungheldendrama oder Glamourgirlsundschönemenscheningrossstadt.

4 Kommentare:

naiko hat gesagt…

hi,
du altmodischer, du!
die ersten beiden serien kenne ich! (aus meiner juuugend...) im "siebensprung" hat ein schulkamerad von mir synchionisiert, und die märchenbraut hab ich immerimmerimmer angeschaut. will noch immer so einen wunschring!(kollegen in mäuse oder was verwandeln wärn spaß... - das vorferiengenerve lässt grüßen...)

beste grüße
hier dann nun ein echter fan.
n.

Tine hat gesagt…

Siebensprung und die Märchenbraut - ach da werden Erinnerungen wach. Die Serien hab ich geliebt und habe sie nur so verschlungen, Siebensprung - ach Mensch,d as müßte mal wieder kommen...

Danke für den Minitrip in die Kindheit :o)

Anonym hat gesagt…

Ah, Fans wie ich. :)
Die Reise zum Siebensprung kann man mit den neumodischen Silberscheiben sehr einfach buchen.
Empfehlen kann ich auch 'Robin of Sherwood', sehr schön und mystisch.

Anonym hat gesagt…

Hm, scheint als waer das was, wo ich echt was verpasst hab, als ich als Kind kaum fernsehen durfte... wie gut, dass mir das jetzt keiner mehr verbieten kann! (aber meist find ich spannendere Sachen zu tun...)