Was fällt mir zu Toskana zum spontanen Wortschöpfen ein? Heiß, aber eine angenehme trockene Hitze nicht so ein Baaaatz wie in Hamburg. Mücken(stiche), aber nette die nur einen Tag lang jucken und dann flott weg sind. Hügel, Kurven, Täler, Pinien, eine ganze Menge davon - die italientische Landschaft der Toskana scheint aus vielen Entscheidungsschwächen hervorgegangen zu sein, wo sich keiner entscheiden konnte oder wollte ob jetzt eine Kurve, Hügel, Tal, Abhang, Felsen etc. kommen soll; und das an jeder Ecke! Ergebnis ist tatsächlich eine schön wirkende aber beschissen mit einem Auto zu befahrende Gegend.
Villen, was dort normal ist und bei uns den Eindruck von fabulous hervorruft; man stumpft halt dann mal ab. Gewitter, die gibts dort schon aber meist verdampft das Wasser bevor es auf den Boden zu klatschen beginnt. Stellt euch vor, ihr steht mitten unter einer riesigen dunklen Rumpelwolke und es blitzt und kracht und NIX kommt runter. Nur so ein einsames 'blödsch' hinten links auf dem Pflaster damits wenigstens mal gesagt wurde. Idiotenautofahrer, wobei die Verkehrsregeln vor allem was Geschwindigkeitsbegrenzung und -überwachung samt drakonischer Strafen extrem sind und an jeder Ecke ein Blitzer steht wir aber trotzdem fast jeden Tag einem Unfall begegnet sind. Kurz vor der Autostrada-Auffahrt blieb auch bei uns der Vorausfahrer bei knapp 70 Sachen einfach auf offener Strecke stehen weil er was anschauen wollte. Und 1000 Meter später überholt uns das Hinterauto auf dem Auffahrt-/Beschleunigungsstreifen. Stronzo!
Idyllische Orte, davon ganz viele mit haufenweise Gießkannenladungen Touristen und völlig abstrusen Parkgaragen außerstädtisch. Einige Orte wurden als sehenswert angepriesen und wir liefen als die einzigen Fototiere dort herum und wurden beglotzt wie Schlachtvieh. Die engen Städte und die Gassen begründeten wohl die italienischen Eigenschaft der Fremdneugierde. Die mußten ja alles um sich herum mitsehen und miterleben und wahrscheinlich gilt das heutzutage dort als Bürgerrecht. Enge, die Orte haben sowas von Null Grün weil jeder Quadrat- und Kubikflatsch für GasseSteinHaus genutzt wird.
Essen, oh ja, jede Spezialität wurde von uns gekostet und davon gibt es für jede Gegend viele spezifische Leckerbissen. Hier kann man sich entgültig davon verabschieden, daß die Deutschen eine erwähnenswerte Eßkultur haben, wenn man die Geschmacksimplosionen in der Toskana erlebt hat. Gelöscht wurde stilecht mit lokalen Weinpreziosen wobei mir die weißen Trauben besonders mundeten. Romantik, fast jeden Abend bei Sonnenuntergang auf dem alten Steinbalkon unserer Villa sitzen, den Käutzchen beim Dämmerscheppern zuhören, über die Hügel blicken und dieses Essen genießen. Dieses Detail hätte ich gerne mit nach München genommen aber ich habe vom Amt keine Baugenehmigung zum Einhügeln unserer Umgebung bekommen.
Eindrucksüberfüllung, man bekommt so viele neue Sachen zum Erleben und Sehen, daß es dann auch irgendwann reicht. Ausgedehnte Lesesessions auf besagten Balkon zur Siesta haben dem abgeholfen und der blaue Pool ist für die Badehungrigen. Die Villa selbst bot durch ihre dreistufe Architektur (alter Innenhof, groß; älterer Innenhof, net so groß; saualter Innenhof, mini) auch selbst viel zum Anschauen: Je nach Reichtum der Generation wurden weitere Innenhöfe mit Räumen angebaut und es dauerte durchaus vom größen Eingangshof bis in den hintersten Winkel zu laufen.
Der Rest wird dann hoffentlich von den Bildern beantwortet die ich nach uns nach unter diese Meldung einstelle. Erstmal das bekannte:

Siena:


Gut zum Vergleich mit dem Schnellschuß weiter unten - gleiches Motiv:

Blick von unserem Balkon der alten Villa:
1 Kommentar:
ohhhh.... Toskana... ja, ist echt schön dort. Freut mich, dass ihr euch etwas in so toller Umgebung erholen konntet.
Dort kann man es echt aushalten, vielleicht gerade jetzt wo es Mittags keine40C mehr hat.
'und das Essen, ja, das können sie echt in Italien :-)
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