29. Juni 2010
Remineszenz
Zuerst dachte ich an das Schreiben einer Geschichte mit dem Titel "Chronologie des Scheiterns" aber das war mir dann doch zu pathetisch. Es umschreibt nur die Grausamkeit, daß man Gefühle füreinander hatte und hat, diese aber für ein gemeinsames Leben nicht ausreichen. Zu unterschiedlich sind die beiden Menschen, zu unterschiedlich die Kommunikation und zu gering das Verständnis. Der wichtige Rest wie Vertrauen und Bereitschaft kann darauf gar nicht wachsen. Dabei hatte ich mir vorgenommen, wirklich aufzupassen und dann doch alle Energie in die Arbeit und Arbeitssuche in München gesteckt. Ich hoffte, mit meiner Rückankunft könnte ich dann das Zusammenleben normalisieren, aber die Durststrecke war zu lange, die Differenzen bei beiden zu groß geworden. Und nun endet es damit, daß ich zu Beginn meiner neuen Arbeit eine Wohnung für mich suche. Merkwürdige Welt.
Keine Frage, ich habe viel in den letzten Jahren über mich gelernt. Über meine manchmal fremde Art des Ausdrucks und phasenweise Schroffheiten. Über meine Wirkung und mein Unvermögen. Das alles hat mich aber bestärkt, es bewußt besser zu machen. Daran zu arbeiten. Und das besteht fort. Es stammt zwar aus der Beziehung, ist aber darüber hinaus gewachsen. Noch immer gibt es dunkle Bereiche, die ich kennenlernen und verstehen will - es ist ein Prozeß und kein einzelnes Ziel. Erkenne Dich selbst. Zweifellos hat Wanda daran einen bestimmten Anteil auf dem Weg aber ihre Begleitung ist verschwunden. Geblieben ist ein tiefer Schmerz über die Grausamkeiten des Lebens. Und zurück bekommen werde ich das Gefühl, nicht einem Kompromiß zu leben sondern ganz mein Leben. Ich zweifel, was mir lieber ist.
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3 Kommentare:
dein letzten sätze machen mich nachdenklich: natürlich ist das zusammenleben mit anderen menschen - egal in welcher art von beziehung - immer auch nur mit hilfe von kompromissen möglich. aber ich denke im augenblick, diese kompromisse sollten sich nicht als verlust anfühlen, sondern als teil des ganzen. wenn es sich halb anfühlt, ist es wohl nicht richtig.
manchmal dauert es sehr lang, bis man endlich heraus gefunden hat,was wirklich falsch gelaufen ist. manchmal kehrt sich da einiges um, wenn das erkennen kommt. ich wünsche dir, du findest es bald heraus. dann kann man nämlich neue und gangbarere wege einschlagen.
Den Kompromiss zu leben, fand ich überwiegend erfüllend und dazu gehörend. Deshalb auch die Zweifel, was mir lieber ist. :)
ich denke, es ist eben doch so,dass man die richtigen kompromisse finden muss, für beiden seiten - sehr, sehr schwer, glaub ich, und immer wieder von zweifeln udn rückschlägen gezeichnet - aber ich wünsche dir das beste auf der suche danach!
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