17. März 2011

Untertourig


Das letzte Jahr war für mich ein grottiges Jahr. Darum hatte ich auch Silvester keine Lust, mich damit noch weiter zu befassen oder es zu erklären. Es war einfach in vielen (nicht allen) Dingen eins der schlechtesten meines Lebens. Und da gewisse Momente und Sachen nicht einfach mit dem Zuschlagen einer Tür enden, setzt sich das dieses Jahr fort. Ich laufe untertourig.

Es kommen immer wieder Tage, in denen ich in mein Depressionsloch falle und den Antrieb wieder gänzlich verliere. Es klebt an mir wie Dipersionsfarbe und das blättchenweise Abkratzen muß ich immer wieder neu aufnehmen. So auch die letzten Wochen. Aber was ist das schon im Angesicht von globalen Katastrophen? Offen gesprochen nichts, aber ich möchte auch mal Ruhe und Abgeschiedenheit für mich beanspruchen. Dabei hilft es sicher nicht, wenn Hinz und Kunz glaubt, mir mal wieder eins reinwürgen zu müssen. Hier stimmt die Rechnung nicht, da mosert ein eBay-Käufer über eine Lappalie, dort zickt mein Ex-Arbeitgeber und wieder treffe ich auf rechthaberische Leute die glauben, ich bin eine Trainingspuppe für Dummgelaber. Ich bin weder doof noch schreibe ich im digitalen Raum meine Sätze leichtfertig oder missdeutlich oder mit wenig Hintergrundwissen. Ich weiß schon was ich tue und warum ichs tue.

Auf Gemoser, Gemaule und Vorwürfen baut sich keine Welt auf. Konstruktiv sind Freundlichkeit im Umgang miteinander, Rücksicht und Verständnis oder der Wunsch den anderen zu verstehen. Die abgedroschene Liebe zu sich und anderen. Wenn jeder sich ein kleines Stück weniger wichtig nimmt und seinen Raum nicht ganz ausfüllt, bleibt für andere auch genug Platz zu Besuch zu kommen. Das ist gar nicht so schwer umzusetzen. Krawallmeier können mir gestohlen bleiben! Und mit jedem Tag aus den letzten Wochen sank meine Toleranzschwelle bis ich mich am Riemen reißen konnte. Untertourig ist nicht nur negativ weil es den Blick auf die Welt wieder gerade rückt. Aber ich würde mich freuen, wenn sich das Loch langsam wieder schließen würde. Und wenn mich meine Umwelt mal zur Abwechslung akzeptiert.

1 Kommentar:

Tine hat gesagt…

Ich drücke dir ganz ganz fest die Daumen, daß die Löcher weniger werden und sich stattdessen der Elan ausbreitet. :) Vielleicht wird die 2. Hälfte des Jahrs ganz anders werden :) Ganz liebe Grüße