25. September 2007
Alea Iacta Est, fast
Heute habe ich meine Kündigung abgeschickt. Nach nicht zu wenig aber auch nicht zu viel Aufwand habe ich aus den diversen Kontakten zwei Angebote herausgepickt, wo ich denke, daß die Passung von mir und meinem Potential zum Unternehmen und deren Potential am besten paßt.
Da für mich Hamburg die Delta-Stadt ist, wo sehe ich den Unterschied zu meinem Bewerbungsprozeß vor dreieinhalb Jahren und heute? Die steigende Professionalität. Es gibt diese üblichen Personalagenten nach wie vor, die ohne sozialen Skills meinen, das Auseinandernehmen des Bewerbers würde ihnen auch nur das kleinste Jota der Person zeigen. Das gipfelte kurioserweise in einem Gespräch, im Verlaufe dessen ich zu keinem Zeitpunkt über meine Projekterfahrung und meine Herangehensweisen ausgefragt wurde, sondern nur und wirklich absolut nur jemand hatte, der auf meinen Lebenslauf jede Linse rauspicken mußte. Und das achtzehn (sic!) Jahre rückwarts. Leute, das ist Inkompetenz in Reinform.
Auf der anderen Seite sprach ich mit einer Person, die mich fachlich und projekttechnisch so in die Mangel nahm, daß ich gehörig ins Schwitzen kam aber jedes Mal auch die schweren Hürden nehmen konnte. Ich war beeindruckt, wie diese Person in einer halben Stunde quer die Felder abklopfen konnte, auf die es ankam, ohne gehetzt zu wirken und ohne weder zu viele noch zu wenige Details einzuflechten. Der Lohn war ein Angebot zur Projektleitung 2008.
Die Schere geht auseinander, auch bei Bewerbungen. In aktuellen und modernen Gesprächen bemerke ich eine Abkehr von alten Fragebögen hin zu einer sehr guten und kompetent herüberkommenden Gesprächsituation, die sich sehr auf den Einsatz gerade dieses Menschen in gerade dieser Unternehmenskultur konzentriert. Die früheren Station werden hingenommen und sofern sie aktuell relevant wären, einbezogen. Sind diese wie für mich und das Projektgeschäft irrelevant, werden sie nicht weiter einbezogen. Ich denke, in nicht-akademischen Berufen läuft es zum Teil ganz anders und das verstehe ich unter der Schere. Standard versus Professionalität.
Insgesamt fühlte ich mich mehrheitlich "moderner" und "sozialer" ausgefragt ohne jedoch Qualitätseinbußen im Gespräch bemerkt zu haben.
Wie Tanja mal meinte, sind die Personalagenten die Schnittstelle zum Unternehmen und prägen damit nicht unwesentlich die Kultur des Unternehmens durch ihr Auftreten, ihre Entscheidungen und ihre Herangehensweise. Was mir sehr viel über Kompetenz und Inkompetenz des Unternehmens bereits mitteilt und meine Entscheidung zu einem Drittel beeinflußt. Die anderen zwei Drittel sind die Perspektiven in Verbindung zu meinem Potential und die schnöden Eckdaten. Letztlich haben sich einige gegen mich und ich mich gegen einige entscheiden so daß aus den anfänglichen Verbindungen noch zwei übrig geblieben sind. Und das darf ich nun ganz gemütlich nach dem Halloween-Con in Coburg entscheiden.
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