20. November 2007

Mulmig in München


Letztes Wochenende war die Geburtstagsfeier von Hermann in München bei der ich natürlich nicht fehlen wollte. Meine letzten Urlaubsmöglichkeiten habe ich zusammen gekratzt und den günstigsten Flug herausgesucht.

Am Samstag auf dem Weg zur Feier durfte ich leider miterleben, was ich gerne vermieden hätte. In einer U-Bahn Haltestelle hat sich einer vor den Zug geworfen, in dem ich drin war. Es gab einen dumpfen Ton zu hören, dann mehrfach am Boden unter mir bevor die Notbremsung griff. Dabei durfte die Zugführerin noch nicht mal die Türen öffnen, da wir noch halb im Tunnel waren. Eine richtig üble Situation für alle.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Yurks.
Darauf kann nu wirklich jeder verzichten.

Besonders finde ich es unfair der Zugführerin gegenüber. Ich hab mal bei den Stadtwerken Praktikum gemacht (die hängen irgendwie mit dem MVV zusammen) und die haben mir erzählt, dass in solchen Fällen der Fahrer einen Monat freigestellt wird (wenn er will) und meist psychologische Betreuung braucht. Kein Wunder.

WEnn sich irgendein armes Schwein entschließt, sein Leben zu beenden, können sie das dann nicht so machen, daß sie keine anderen Menschen schädigen? Soweit es sich vermeiden lässt?
Es gibt doch sicher noch irgendwelche abgelegenen hohen Autobahnbrücken, und die Alpen sind auch nicht so weit.
Aber ich könnte mir vorstellen, wenn du erstmal in dem Zustand bist, ist es Dir wahrscheinlich egal, ob es mit deinem Tod anderen auch noch ein bisschen schlecht geht; deren Leiden sind ja nichts im Vergleich zu Deinen...
trotzdem.

naiko hat gesagt…

und manchmal ist es wahrscheinlich auch ein bisschen absicht,dass man sich enne gerade nicht im verborgenen vom leben verabschiedet, sondern mit einem riesenknall, und dabei andere mit reinzieht.
es gibt schließlich auch viele,die es genau nicht so machen und sich an einem versteckten waldrand in ihrem auto vergiften, oder so. also hängt es wahrscheinlich mit der persönlichkeit desjenigen zusammen. und vielleicht auch mit den gründen,warum er/sie sich umbringt.

ich finds einfach schlimm, wenn jemand so unglücklich und verlassen ist - oder sich fühlt - dass er den doch recht starken überlebensinstinkt des menschen überwinden kann und will.

die lokführer tun mir aber trotzdem auch leid.

liebe grüße
n.

Anonym hat gesagt…

Ich glaube, die Art des Abgangs und damit verbunden dem Knall bringt die Großstadt mit sich. München ist laut und hell genug, daß Neutrum auf die Idee kommen kann, wenigstens einmal in der Zeitung stehen zu können.

Ich bin nicht sehr nett gegenüber diesem Menschen eingestellt. Die Lokführerin war jedenfalls vollkommen abgetreten und es gilt ihr der Dank, daß sie die vier Minuten grad durchgehalten hat, bis die Rettungsdienste ankamen.

Ebenso mulmig waren die Fahrgäste des vorderen Wagen, die durch die Fahrerkanzel aussteigen konnten und doch glatt nichts besseres zu tun hatten, als die Front des Wagens in Augenschein nehmen zu können.

Ich will gerade nicht an dieser Stelle über solche Menschen sinnieren. Verzeihung, aber manchmal krieg ich auch genug.
*alle wüst knuddelt*

naiko hat gesagt…

ich verstehe das schon. ich finde es auch unfair, andere auf diese art mit reinzuziehen. letztlich zwingen sie ja jemanden, sie umzubringen, ihnen gewissermaßen "die arbeit abzunehmen", und das ist nicht ok. ich kann nur eben nicht anders und muss darüber nachdenken, was jemand für solche eine tat für gründe haben könnte. so kommen meine "nachsichtigen" gedanken zustande. aber im grunde geb ich dir recht. es ist nicht die feine art! unfair. man zerstört damit - eventuell - das leben eines anderen, der mit dem eigenen elend nichts zu tun und erst recht keine schuld daran hat.
gruß.
n.