Auch nach langen Überlegen bin ich mir noch nicht im Klaren, was ich von dem Zitat aus Javier Marías' Buch halten soll, das er einer seiner Romanfiguren in den Mund gelegt hat.
"Viele Männer denken, daß Frauen das Bedürfnis haben, sich sehr geliebt und umworben, ja verwöhnt zu fühlen, dabei geht es uns vor allem darum, unterhalten und damit daran gehindert zu werden, zu sehr an uns selbst zu denken."
3 Kommentare:
hi.
ich kann mir vorstellen, dass das verwirrend ist. aber es ist was dran - finde ich wenigstens. ich bin zwar nicht 100% einverstanden, aber: es ist mehr dran als man vielleicht wahr haben möchte.
ich glaub das deshalb, weil ich an mir selbst beobachte, dass mir männer, die zu sehr darum bemüht sind, mir das umworben-gefühl - vor allem gekoppelt mit fürsorge - zu geben, mir ziemlich schnell ziemlich auf die nerven gehen.
intelligent unterhalten zu werden hat sehr viel mehr appeal. finde ich. wobei ich ignorante egoisten, die nur um sich selbst kreiseln, andere nicht sehen und keine lust haben, auf das gegenüber einzugehen, und sich dabei noch für extrem gute unterhalter halten, auch schrecklich langweilig finde.
also liegt für mich die wahrheit wohl irgendwo dazwischen, mit einer deutlichen verschiebung nach "ja, stimmt"...
liebe grüße
n.
Von der Seite gesehen macht das Sinn. Das kann ich für mich selbst auch unterschreiben. Nur in dem Zusammenhang des Buches wirkte dieses Zitat ziemlich fehlt am Platz.
Lustig, wie unterschiedlich so ein Zitat wirken kann. Gut unterhalten werden ist natürlich 'ne feine Sache. Aber 'um mich von mir selbst abzulenken'? Klingt bedenklich, finde ich. Als wären Männer eine Droge mit geringen (?) Nebenwirkungen, mit der man sich selbst betäubt. Was ich allerdings gut verstehe, ist das Genervtsein vom Umworbenwerden. Weil letzteres manchmal arg übertrieben wirkt. Was nicht heißt, dass ich mich über Leos Willkommen-zu-Hause-Blumenstrauß nicht gefreut hätte. Weil geliebt werden eben doch das allerschönste ist...
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