8. Januar 2008

Nachruf


Ein kleiner Nachruf an meinen letzten Arbeitgeber. Immerhin hatte ich da einige Zeit ein passables Auskommen.

Anekdote I: Es werden viele Junioren eingestellt, da der Abgang von erfahrenen Leuten in letzter Zeit sehr hoch war und ausgeglichen werden muß. Diesen Junioren zahlt man gerne die notwendigen Kurse für die Ausbildung, diese lernen sich in ein Thema ein. Als es dann nach einem Jahr zu einem Gehaltsgespräch kommt, wird nicht mal der Inflationsausgleich gewährt, da die Firma sehr knapp mit Gehältern bei Junioren kalkuliert. Da läßt man sie lieber ziehen und holt sich neue Junioren. Ökonomisch scheint sich hier eine neo-liberale-Juniorenspirale anzukündigen. Nur warum habe ich von so einer Theorie noch nie gehört?

Anekdote II: Es wird angekündigt, daß ein Büro im Umland einer sehr großen Stadt endlich in die Stadtmitte verlegt wurde, um den Kollegen ein besseres Umfeld zu bieten. Das Büro im Umland wurde aber mit genau dem gleichen Argument gemietet und ist mittlerweile leerstehend, weil alle Kollegen dort gekündigt haben oder nach oben gestolpert sind. Die Firma hat einfach eine ortsansässige kleinere Firma gekauft und nutzt nun deren Mitarbeiter und Büroräume in Stadtmitte. Marketing ist doch was tolles oder?

Anekdote III: Es wurde ein Projekt zur Schulung auf Projektleiter neu aufgelegt. Bereits vor 2,5 Jahren habe ich den dringenden Wunsch geäußert, diese damals schon existenten Schulungen intern besuchen zu wollen. Geschehen ist nie etwas. Nun wurde es mit Tamtam aus der Taufe geholt, weil es zu wenige Senioren auf diesem Gebiet gibt und wenn es mal große Projekte geben sollte, diese nur an den Elitekreis gehen werden. Fazit: Ich durfte damals nicht und jetzt könnte ich nicht, selbst wenn ich durfte. Mitarbeiterverwaltung =/ Mitarbeiterentwicklung. Oder siehe Anekdote I.

Dann man tschüss.

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