11. Februar 2008

Lichtflut


Dieses Wochenende hatten wir mal eine besondere Art von Flut in Hamburg, nämlich die Lichtflut. Es war tatsächlich das erste Wochenende dieser Art, an das ich mich erinnern kann seit ich hier bin. Das sagt mir nicht zwangsläufig, daß hier dauerhaft schlechtes Wetter herrscht, sondern daß ich generell zu zu viel Arbeit neige.

Leider befindet sich mein Stativ schon in München, also wurden es keine IR-Bilder sondern lediglich einige Eindrücke vom Weg durch einige Stadtviertel. Angefangen hat alles bei den Landungsbrücken und beim Drüberlaufen über genau jene weiß ich endlich, warum die so heißen. Da hats ja wirklich einen Kilometer mit einer kleinen Kioskstadt daneben für Touristen. Weiter ging es am Ufer elbabwärts durch die Hafenstraße und den nun leeren Fischmarkt. Die Hafenstraße war in den 80er berühmt-berüchtigt, wirkt aber heute gezähmt. Ich fand ein Foto aus der Entfernung deshalb passender, damit ihr auch das Umfeld der bunten Häuser sehen könnt. Es wirkt irgendwie überwuchtert von anderen Häusern.

Die Markhalle für Konzerte war gleich anschließend - wenn ich mich irre bitte sagen und danach das Stilwerk. Ein netter verwinkelter und architektonisch vielschichter Bau, der mich an Zürich erinnert. Er geht bis ans Wasser so daß man auf einem Steg direkt über dem Hafen entlang läuft. Die helle Sonne machte dabei die vielen Schwebstoffe in den tanzenden Wellen sichtbar. Einerseits ist das der massive Dreck des Hafens andererseits ein Motiv für ein schönes Bild, wenn ich die Ausstattung dazu hätte. Jede Welle trägt eine andere Nuance und ständig vermischen sich die braunen und grauen Farbtöne.

Hoch ging es am Hafen die bebaute Böschung hinein nach Altona und gleich weiter nach St. Pauli zum Kiez. Die Reeperbahn bei Tag hat ein ganz anderes Flair, als ich das bei Nacht kennengelernt hatte. Die Herbertstraße wirkt eher wie ein Überbleibsel aus der Hausbesetzerszene als der nur für Männer begehbare Strich bei Nacht. Und mit Kamera hätten sie mich dort eh hinausgeworfen. :)

Millerntor und Heiliggeistfeld kamen danach wovon ihr das IR-Bild des Hochbunkers schon von früher kennt und eingetaucht sind wir danach in das Schanzenviertel. Früher war es wohl ein Scherbenviertel hier das sich mittlerweile zu einem der absoluten Inn-Viertel für Juppies und Werbungsleute gemausert hat. Ähnlich wandelte sich das Straßenbild seit ich hier wohne von Modeläden mit tollem Gothic-Ambiente (und noch besseren Klamotten aus den angesagten Gothic Läden aus London!) hin zu Edelboutiquen mit 300 Euro-Blusen. Und während die Lichtflut langsam ins Abendrot überging und ich meine Kamera einpackte, haben wir unsere schon juckenden Finger dem Shoppen zugewandt und die Läden dort und weiter Richtung Innenstadt gestürmt.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Das war also der eine Tag im Jahr, wo sie ganz schnell die Fotos fuer die Postkarten machen, und die fuer die Hamburg Stadtfuehrer - aetsch, an der Nase rumgefuehrt, denn normalerweise siehts hier gar nicht so sonning aus!
;-b