18. Februar 2008

Die Welt ohne uns


Alan Weisman hat in diesem Buch eine Welt heraufbeschworen und versucht zu beschreiben, in der wir als Menschen auf einen Schlag verschwunden sind. Zuerst mutete mir das Buch sehr stark Richtung Umweltschutz an und die Kapitel über eine Welt ohne uns waren sehr knapp und spärlich. Die Beschreibung versuchen dabei die Welt außerhalb Amerikas zu beleuchten, was aber nicht immer gut gelingt. Mag auch sein, daß Amerika die Masse an Umweltsünden zu bieten hat.

Nach und nach haben mir die Beschreibungen und Untersuchungen auf diese Weise immer besser gefallen. Ich habe es nicht mehr als eine Utopie der Zukunft gelesen sondern als eine Bestandsaufnahme der Gegenwart und den zukünftigen Wirkungen unserer momentanen Handlungen wenn "wir" weitermachen oder wenn "wir" verschwinden. Von da an wurde das Buch richtig klasse.

Eindrücklich sind vor allem die Beschreibung der Weltmeere und ihrer Plastikfracht geblieben. Und nach wie vor unfaßbar im Sinne von über alle Maßen erschreckend ist für mich das Kapitel über "Strahlende Vermächtnisse" geblieben. Bereits vorhandene so extrem verschmutzte Gegenden, daß einem die Vorstellungskraft versagt. Rocky Flats spielt hierbei eine Rolle genauso wie Tschernobyl oder WIPP.

Ein Ausblick des Autors gegen die Überbevölkerung war die propagierte Ein-Kind-Familie. Obwohl es in China praktiziert und nicht mehr so streng gesehen, legte er mit Unterstützung eines statistischen Amtes in Östtereich dar, was das auf die Welt angewandt bedeuten könnte. Man mag das glauben oder nicht, die Seiten des Buches bieten meiner Meinung nach für jeden Denkanstöße und Einblicke in Gegenden der Welt, von denen wir, neutral gesehen, noch keine Vorstellung hatten.

2 Kommentare:

Anke hat gesagt…

Klingt wie ein sehr interessantes Buch!!

Ich hab neulich einen Artikel über das Thema gelesen ("Was wäre, wenn wir alle auf einmal verschwunden wären?"), ich glaube im New Scientist.

Der Autor kommt zu dem Schluß, dass sich die Natur nach nur wenigen hundert Jahren fast alles zurück erobert hätte (und was sind schon 300, 400 Jahre auf der Erde?). Sogar Orte wie Chernobyl wären "normaler" als wir es uns so vorstellen - nach Besuchen seit dem Unfall dort waren Wissenschaftler offenbar immer wieder erstaunt, wie viel Leben dort ist, trotz der Verstrahlung. Z.B. ist es zu einer Art Sanktuarium für eine bestimmte Wolfssorte geworden - denn: keine Menschen weit und breit. Und die scheinen dort überleben zu können. Faszinierend!

Hm... ich glaub, das Buch kommt auf meinen Wunschzettel!

Anonym hat gesagt…

Zum gleichen Schluß kommt auch der Autor, wobei er hier die Demarkationslinie zwischen den beiden Koreas beschreibt.

Tschernobyl ist genauso wie alle anderen verstrahlten Orte eine Art Sanktuarium aber man darf die Wirkung auf Leben nicht vergessen. Insbesondere Vögel mit weißen Federn und deren Überlebenchance, Tannbäume mit unterschiedlich langen Nadeln etc. Sogar Menschen ziehen dahin zurück, weil sie sonst keine andere "Heimat" kennen.

Sogar von einem See erzählt der Autor im Kapitel zu Rocky Flats, der derart vergiftet war, daß eine Ente binnen Sekunden starb, sollte sie auf dem Wasser landen. Mittlerweile ist das ein Naturreservat und die oberen Erdschichten wurden ins WIPP verfrachtet.