17. September 2008

Aus dem Tal der Überstunden


Langsam fühle ich mich besser. Allerdings hat es auch ein wenig den Touch vom Aufstieg aus der Verzweiflung. Ende August mußte ich einen weiteren Bereich in der Arbeit übernehmen, den eine andere Firma zwar entwickelt, dann aber weder abschließend getestet noch übergeben hat. Es waren sehr wichtige Planungs-Applikationen und man kam auf mich als Auskehrer. Dort funktionierte fast gar nichts und man war mitten in der Jahresplanung. Auch die Situation des Finanzmarktes trägt nicht gerade zu ruhigen Nerven hier bei.

Nach einigen Wochen extremer Situation hat sich alles wieder etwas beruhigt. Da ging es in den Hoch-Zeiten harsch zu was durch uneinsichtige Mitarbeiter nicht eben vereinfacht wird. In den Fachabteilungen herrscht das Affenprinzip. Nichts hören (wollen), nichts sehen (wollen) aber alles erwarten. Gestern war der letzte Aufwaschtag und nach 15 Stunden konnte ich dann endlich ins Hotelbett fallen. Da keine Kooperation stattfand und man auch nicht einsehen wollen wird, wo ab Oktober die Verantwortlichkeiten sein müssen, bin ich davon entbunden noch weiter Windmühlen zu treten. Mein kurzes Don Quichote Dastein hat endlich ein Ende. Insofern fühle ich mich gerade wie Weißbrot, auf das man sich gesetzt hatte und das nun langsam wieder Luft einsaugt und wieder elastisch wird.

Der Oktober wird wesentlich ruhiger. Ich ebenfalls. Die letzten Tage im September muß ich mir lediglich letzte Gedanken machen, aber die Tage werden weit von denen der vergangenen Wochen liegen. Ist ein wenig komisch, sich daran zu gewöhnen, daß das Budget nur noch für normale 8-Stunden-Tage reichen wird. Im Moment jedenfalls habe ich gar nichts dagegen und freue mich schon auf mehr Zeit mit Wanda und meinen Freunden!

2 Kommentare:

naiko hat gesagt…

ich sag nur work-life-balance! die wirklich wichtigen dinge finden nicht - oh höre und staune - in der arbeit statt. und das von mir! ich bin immerhin eher fanatisch als normal, was meinen job angeht. trotzdem: ich bleibe dabein und das aus tiefster überzeugung: die wirklich wichtigen dinge finden nicht im job statt.
greets
n.

Leo und Tanja hat gesagt…

Ja, man hat schon gemerkt, dass Dir das ganz schön an die Substanz ging. Zumindest hatte ich beim Frühstück diesen Eindruck. Wenn man sich dem Arbeitsstress halt nur immer entziehen könnte...
Immerhin, wenn's absehbar begrenzt ist, kann man solche Stressphasen ja kurzfristig mal aushalten. Hofefntlich kommt sowas nicht so bald wieder! Erhol Dich gut!
Tanja