26. September 2008
Kopierschmutz
Aktuell ist im PC-Gamer-Milieu eine Debatte unter voller Flamme, die sich mit Kopierschutz und DRM beschäftigt. Der Ursprung ist verständlicherweise die Notwendigkeit des Schutzes geistigen Eigentums. Die Mittel dazu nehmen aber groteske Formen an. Der neueste Streich aller aktuellen EA Spiele hat den sog. SecuROM an Bord, der sich derart massiv ins System gräbt, daß bis auf sehr versierte User die meisten diesen Schutz nur mit Formatieren der Festplatte entfernen können. So gesehen wirkt er also. Er kann aber nach Deinstallation der Spiele nicht wieder entfernt werden, verbraucht Ressourcen, sendet Daten und deaktiviert Systembereiche bzw. Programme oder fabriziert ganz einfach Abstürze.
Deswegen erreichen die Downloadzahlen illegaler Kopien gerade Rekordhöhen, damit dieser "Sch(m)utz" umgangen werden kann. Auf Amazon stapeln sich die 1-Stern-Protestbewertungen und in den Hersteller-Foren werden Leute wegen berechtigter Kritik an diesen rigorosen Machenschaften gebannt oder gelöscht (was das Deaktvieren der Lizenz des Spieles bedeutet, sprich, es wird funktionsuntüchtig und unverkaufbar). Dabei geht es primär nicht mal um den Schutz der Programme, sondern darum den Zweitverwertermarkt auszudünnen. Sprich, das Handeln mit gebrauchten Spielen zu unterbinden. Die EA Spiele lassen sich nur noch drei Mal installieren (jede eher geringe Hardware-Änderung zählt dazu) bevor sie ihren Dienst verweigern. Unter dem Strich kauft man keine Software mehr, man mietet sie.
Heise, Amazon sowie dieser schon legendär gewordenen Eintrag im EA-Forum zeichnen ein erstes Bild der Auseinandersetzung. Verständlich ist der Wunsch nach Schutz und der Wunsch nach mehr Umsatz bei den immer aufwendiger programmierten Spielen. Was aber genau das Problem ist. Es wird immer mehr Geld in die Entwicklung toller Grafiken gesteckt, aber keines in die Entwicklung neuer Ideen und Formate. Der Aufguß der drögen Spiele ist schon enorm geworden, so daß - so wage ich es zu behaupten - dem Hersteller die negative Publicity auch recht sein kann. Das Spiel ist wenigestens in aller Munde.
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1 Kommentar:
Ja, von dem EA-Schutz hab ich (als vollkommener Nicht-Pc-Spieler) auch schon gehört.
Ich kann die Beweggründe verstehen, aber hier geht das ja wohl nach hinten los!
Ich würde das spiel / ein Spiel so einem "Verbraucherschutz" jedenfalls nicht kaufen.
Das ist ja, als würde ich ein Auto kaufen, wo ich erstmal die Türen aufschweissen muss!
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